Wie steht es um Indonesiens Regenwälder?
Nun sag, wie steht es eigentlich um Indonesiens Regenwälder? Dieser Gretchenfrage widmete sich erstmals ein Bericht der indonesischen Regierung, der die Entwicklungen und Aufwendungen der letzten Jahre in einem sehr positiven Licht erscheinen lässt.
Indonesien besitzt die drittgrösste, zusammenhängende tropische Regenwaldfläche der Welt – einer der letzten Biodiversity-Hotspots der Erde. Gleichzeitig ist das Land der weltweit grösste Palmöllieferant. Dem Exportschlager fallen jährlich immense Waldflächen zum Opfer.
Nun veröffentlichte das Land einen Bericht, der - entgegen der Warnungen von Experten und Wissenschaftlern - behauptet, die Entwaldungsrate sei deutlich zurückgegangen und auch die diesjährigen Waldbrände hätten im Gesamten betrachtet weniger Schäden angerichtet, als in den Jahren zuvor.


Fairerweise muss allerdings auch festgehalten werden, dass weitere Organisationen und Institute den Rückgang der indonesischen Abholzungsrate bestätigen: Während diese in anderen tropischen Regionen weiterhin stetig steigt, gelang es der indonesischen Regierung sie in den letzten Jahren zumindest zu senken. Trotzdem dürfe man sich nicht auf diesen Errungenschaften ausruhen, da ein leichter Rückgang noch keinen Langzeittrend darstelle. Jetzt, da die indonesische Regierung endlich und erstmals eine Einschätzung des Zustands ihrer Wälder veröffentlicht hat, drängen Umweltschützer und Aktivisten zumindest darauf, sicherzustellen, dass die bisher erzielten Fortschritte auch aufrechterhalten werden. Sonst – so warnen die Vereinten Nationen – könnten bis 2022 bereits 98% der weltweiten Regenwälder zerstört sein.
