Orang-Utan Projekt im Chindsgi Oberrüti

Nadine im Chindsgi Oberrueti (Bild: zVg)
Wer sind eigentlich die rothaarigen Waldmenschen, die im Regenwald von Sumatra und Borneo beheimatet sind und als akut vom Aussterben bedroht gelten? Zum Abschluss eines mehrwöchigen Dschungelthemas im Kindergarten in Oberrüti, besuche ich vom Verein Borneo Orangutan Survival Schweiz die Mädchen und Buben.
Gemeinsam mit dem Plüsch-Orang- Utan Miko erzähle ich etwas zu Orang-Utans und dem Regenwald in Indonesien. Die Kinder lauschen gespannt und erzählen mir, welche gefährlichen Tiere im Dschungel leben. Von Miko erfahren sie, dass Fressfeinde aber vor allem vom Menschen gemachte Gefahren, wie die Abholzung des Regenwaldes für das Anlegen von Palmölplantagen, die Wilderei oder Brandrodungen, die Orang-Utans fast ausgerottet und auch Miko in die Flucht getrieben haben.
Gespannt warten die Kinder nach der Pause, wie es mit Miko in der BOS Rettungsstation weitergeht. Der Rehabilitationsprozess in den Rettungsstationen dauert viele Jahre und beginnt für die jüngsten Orang-Utans im Waldkindergarten. Sie lernen mit Hilfe ihrer menschlichen Pflegemütter ihre motorischen Fähigkeiten und Bewegungsabläufe kennen und nutzen. Miko, der zurzeit in die Waldschule geht, muss lernen, richtig zu klettern, stabile Schlafnester zu bauen, und essbare von ungeniessbaren Pflanzen zu unterscheiden. Kurze Videosequenzen von Orang-Utans beim Klettern, Schaukeln, Raufen und Honig schlecken, begeistern Mädchen wie Buben – wirkt es doch so «menschlich».
Staunen und Freude zeigt sich in den Gesichtern der Kinder, wenn wir am Ende die Orang- Utans auf einen langen und beschwerlichen Weg zurück in den Regenwald begleiten. Mit Autos, Booten und zu Fuss werden die schweren Käfige in entlegene und geschützte Waldgebiete gebracht. Wir wollen sicher gehen, dass die neuen «Wilden» ihren Lebensraum ohne menschlichen Einfluss zurückerobern können.