Neue Hauptstadt, alte Probleme

Es wird teuer
Unsere Geschäftsleiterin, Dr. Sophia Benz, ist seit über 5 Jahren bei BOS Schweiz und verfolgt mindestens so lange die Entwicklung der Region – mit Besorgnis. “Ich befürchte negative Effekte wie höhere Lebensmittelpreise. Das wäre ein Problem für die lokale Bevölkerung und auch für uns, denn Früchte und Gemüse für die Orang-Utans und Malaienbären sind schon jetzt ein grosser Kostenpunkt. Zudem wird für den Produktanbau leider oft Wald abgeholzt – das wird logischerweise auch im grossen Stil passieren, um Platz für Häuser und Infrastruktur zu machen. Das ist nicht nur fatal für die Orang-Utans, sondern auch für das Weltklima.”
Das über 1800 Hektar grosse Grundstück, auf dem Samboja Lestari liegt, gehört seit 2001 der BOS Foundation. Darum hoffen wir, dass es in unseren Händen sicher ist und nicht verbaut werden kann. Die BOS Foundation bemüht sich, im Dialog mit der Regierung den Artenschutz als Teil des Entwicklungskonzepts der Stadt zu verankern. Wir gehen mit gutem Beispiel voran, zum Beispiel mit unserer neuen Solaranlage, welche die komplette Rettungsstation mit erneuerbarer Energie versorgt.
Illegale Landübernahme
Wegen der geplanten neuen Hauptstadt wird der Boden in Ost-Kalimantan beliebter, darum kämpft BOS schon länger gegen illegale Landübernahmen, unter anderem mit regelmässigen Patrouillen. Leider stossen sie immer wieder auf böse Überraschungen. Wie im Oktober 2020, als das Team auf Bauarbeiten im BOS-Gebiet traf (siehe Bild). Konfrontationen und Nachforschungen ergaben, dass eine Kohlemine gebaut werden soll und dafür sogar eine Arbeitserlaubnis von der örtlichen Landbehörde ausgestellt wurde. Bevor BOS (teure) rechtliche Mittel ergreift, wurde ein Mediationsversuch gestartet. Wir hoffen sehr auf einen Erfolg.
© BOS Foundation
Teilweiser Umzug als Option
Titelbild © Andrew Suryono