Bizarre Parasiten und Frühlingserwachen

Bild: PhytotaxaCreativeCommons
Erstmals nach 151 Jahren wurde letztes Jahr eine mysteriöse Pflanze mitten im Regenwald des malaysischen Teils von Borneo wieder entdeckt. Die bizarre Kreatur heisst thismia neptunis, hat keine Blätter, braucht kein Sonnenlicht und betreibt keine Photosynthese. Der grösste Teil der Pflanze wächst unterirdisch und saugt Nährstoffe aus Pilzen im Boden – ein Parasit also.
Entdeckt und zum ersten Mal gezeichnet wurde die Pflanze 1866 vom italienischen Botaniker Odoardo Beccari. Letztes Jahr haben sie Wissenschaftler aus Tschechien erstmals erneut gesichtet. Diese und viele andere Pflanzen- und Tierarten existieren nur auf Borneo und sind stark bedroht. Ohne einen intakten Regenwald können sie nicht überdauern.
Passend zum Frühlingserwachen in unseren Gefilden, rückte vor ein paar Tagen auch das PRM-Team von Kehje Sewen in Ost-Kalimantan aus und entdeckte auf seiner phänologischen Tour u.a. Mönchspfeffer und die Früchte von Knema-, Aglaia- und Oscnosperma-Bäumen. Andere Bäume fangen gerade an zu blühen, was weitere Früchte verspricht.
Seltene Tiere und Vögel waren ebenfalls zu beobachten, u.a. Nashornvögel, Eichhörnchen, Schlangen und Gibbons. Die Biodiversität des Kehje Sewen Gebietes ist atemberaubend. BOS wildert dort also in ein vielversprechendes und komplexes Ökosystem aus, das einen hervorragenden Lebensraum für Orang-Utans verspricht.

Eine Seltenheit (Bild: BOS Stiftung)